Wettbewerbsverzerrung online

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Laut Bundesnetzagentur klagen viele kleine und mittlere Unternehmen über Wettbewerbsverzerrung durch die Online-Giganten. Das bestätigt die Einschätzung der DD-eG, die Datenschutz auch als Wettbewerbsschutz sieht.

"Gewerbliche Kunden, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, berichten über Wettbewerbsbeeinträchtigungen durch Betreiber digitaler Plattformen." So lautet eine wesentliche Aussage in der Pressemitteilung vom 20.10.2020 der Bundesnetzagentur zum Online-Handel. Die DD-eG hat darauf schon mehrfach hingewiesen und davor gewarnt, private Kundendaten in die Hände der großen Konzerne zu legen. Denn die vermeinlichen Vorteile geraten schnell zum Nachteil, wenn die Auswertungen in die Hände des Wettbewerbs gelangen.

Beklagt wird neben Service- und Kostenstrukturen besonders "die Doppelrolle von Plattformbetreibern als Betreiber und gleichzeitig Anbieter von Produkten auf ihrer Plattform." Diese Doppelrolle wird vielfältig durch die Datensammel-Lockangebote der Konzerne gefördert. Kostenfreie Analyse-Werkzeuge, Werbepixel sogar mit kleinen Zahlungen oder kostenlose Baukästen für Web-Shops sind zwar kostenfrei, aber nicht kostenlos. Denn die großen Online-Portale können die gewonnenen Daten in Bezug auf Produkt, Reichweite, Kundenkreis und Kndenvorlieben so detailliert auswerten, dass der Datenlieferant ganz schnell vom Markt gedrängt werden kann, wenn es für die großen Plattformen interessant ist. Deshalb ist Datenschutz im Unternehmen nicht nur eine lästige Pflicht gegenüber Privatpersonen, sondern ein zwingender Schutz der eigenen wirtschaftlichen Erfolgsbasis.

Die Feststellung, "Einige dieser Unternehmen haben es geschafft, in einem Umfang Daten zu sammeln, zu verknüpfen und zu analysieren, dass sich ganze Ökosysteme etablieren ließen." Einige dieser Unternehmen haben es geschafft, in einem Umfang Daten zu sammeln, zu verknüpfen und zu analysieren, dass sich ganze Ökosysteme etablieren ließen. heisst in der Praxis:
Längst ist das Sammeln der Daten, deren strukturierte Zusammenführung und die Auswertung mit Hilfe künstlicher Intelligenz ein lukratives Geschäft geworden. Diese Auswertungen werden vielfältig an Dritte verkauft und sind die Haupteinnahmequelle der großen Internet-Konzerne. Besonders lukrativ sind dabei einerseits die Verdichtung diverser Nutzerinteressen, die dann mit Bezug zum Individuum als gezieltes Marktinstrument von Dritten wieder eingesetzt werden. Der direkte Kunde des Datenlieferanten wird dann als Interessent für dessen Produktgruppe identifiziert und zusammen mit den Daten vieler anderer Interessenten an den Mitbewerb verkauft. Die Interessenten, meist sogar kumuliert, die Sie in der Auswertung der Analysetools als Besucher Ihrer eigenen Web-Seiten sehen, sind nur ein Bruchteil der Interessenten, die dann der Mitbewerb gezielt ansprechen kann.

Datenschutz lohnt sich also, denn wichtiger als die kostenfreie Analyse Ihrer Web-Kunden ist immer noch die Kommunikation mit Ihren Kunden über ihre eigenen Mittel von der Feedback-Seite bis zur persönlichen Ansprache. Dafür aber müssen ihre Kunden sicher sein, dass ihre Daten auch wirklich bei Ihnen bleiben und nicht verhökert werden.